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Schmetterlinge werden zu Steinen...

Da ist es wieder. Dieses schreckliche Gefühl. Lange habe ich es nicht mehr gehabt.

In meiner Beziehung habe ich schon lange nichts mehr gefühlt. Keine Liebe, kein Schmerz, keine Verachtung, einfach nichts. Aber es gab keinen Grund all dies zu hinterfragen. Das einzige vorhandene Gefühl lässt sich am besten mit Gleichgültikkeit beschreiben.

Und dann war ER auf einmal da. Ein Bild von einem jungen Mann. Hübsch, unglaublich hübsch. Eigentlich hätte mir von Anfang an klar sein müssen, dass daraus nie was werden kann. Doch irgendwie hatte ich das Gefühl, diesmal doch Glück zu haben.

Wir kamen uns doch immer näher, nicht direkt körperlich. Aber wir verbrachten mehr und mehr Zeit. Irgendwie kam in mir das Gefühl hoch, er suche die Nähe zu mir. Aber vermutlich suchte ich nur die Nähe zu ihm. Und er nahm es an und lief einfach mit.

Diese Ungewissheit frisst dich auf. Du weißt nicht woran du bist. Du stellst fest, dass du sehr starke Gefühle für diesen jungen Mann hast und hoffst, dass er sie erwiedert. Aber dann ist doch alles so distanziert.

Aber warum so distanziert? Weil ich noch in meiner am Ende geglaubten Beziehung bin? Mit meinem Freund zusammenlebe obwohl es so gleichgültig ist? Verdammt ja, es ist so eine beschissene Situation.

Zu feige dem ein Ende zu machen. Angst vor der Reaktion wenn ich ihm sage, dass es für mich nichts mehr in dieser Beziehung gibt. Aber Gleichgültigkeit macht auch nicht glücklich. Nicht mich, nicht meinen Freund. Aber warum etwas daran ändern, wenn es doch gar nicht so schlimm ist. Besser nicht allein zu sein.

Und nun fühle ich genau das! Genau das, was mein Freund fühlen wird, wenn ich ihm die Wahrheit erzähle. Erhlich bin und das sage, was ich denke, was ich fühle.

Ich wollte einfach nur die Situation klären und wissen, woran ich bin. Ich bin manchmal wirklich feige, habe Angst verletzt zu werden wenn ich darüber rede, was in mir vorgeht. Und so ist es nun wieder gekommen.

Diese starke Zuneigung kann er nicht teilen. Es beschäftigt ihn gar nicht. Er sieht mich als Freund, sehr guten Freund. Er fühlt sich wohl bei und mit mir, aber im freudschaftlichen Sinne.

Und boom, da ist es dann. Dieses schreckliche Gefühl. Schmetterlinge werden binnen Minuten zu Steinen. Es hat einen Moment gedauert. Ich musse nochmal darüber nachdenken, was eigentlich passiert war. Und dabei wurde dann mehr und mehr klar, dass ich dieses Kapitel nun abschließen muss. Für mich allein, ohne Ihn und ohne meinen Freund.

Ich liege im Bett, mein Freund neben mir. Er weiß gar nicht was in mir vorgeht. Er denkt immer noch, wir kriegen das wieder hin. Dabei bin ich schon lange sehr weit weg, emotional. Ich liege neben ihm.

Der Magen schnürrt sich zu. Es fühlt sich an als hätte jemand einen dicken Stein in meinen Bauch genäht. Ich kriege keine Luft mehr, ich schwitze im kalten Schlafzimmer. Meine Gedanken kreisen um IHN, nicht um meinen Freund.

Immer wieder denke ich über seine Worte nach, suche nach einem bisschen Hoffnung in seiner Aussage, um doch noch zu merken, dass er meine Zuneigung doch teilt. Und je öfter ich darüber nachdenke, umso klarer wird mir, dass er seine Wahl getroffen hat. Und die Steine werden noch etwas schwerer.

Doch was dagegen tun? Ich habe keine Ahnung. Es ist nicht das erste Mal, dass soetwas passiert ist. Aber es tut so weh. So als würde es nie wieder vergehen.

Das alles wäre viel einfacher, wenn ich allein wäre. Wenn ich meine Gefühle allein ertragen und sortieren könnte. Den Weg zu finden mich von den Steinen zu befreien. Doch stattdessen ist da noch mein Freund. Er erwartet Zuneigung von mir die ich ihm nicht geben kann. Nicht ihm. Nichteinmal darüber reden kann ich mit ihm, er wäre wohl der letzte, der dafür Verständnis aufbringen können sollte. Und das erwarte ich auch nicht.

Die Krönung, und wahrscheinlich ein weiterer Grund warum ich bisher den Absprung nicht geschafft habe ist unser gemeinsamer und lange geplanter Urlaub.

Urlaub mit meinem Freund, gefühllos. In Gedanken nur bei Ihm, der Liebe dich nicht erwiedert wird. Zusammen mit der Liebe, die es nicht mehr gibt.

In wenigen Tagen geht es los, drei Wochen Inselhopping im indischen Ozean. Bisher war mein Gedanke nur, dass ich es keine drei Wochen ohne Ihn aushalten werde. Nun muss ich in dieser Zeit trauern. Trauern um ihn, trauern um meine Liebe für ihn. Und trotzdem irgendwie den Urlaub genießen. Meinem Freund zu liebe, denn auch er hat es sich verdient. Wir haben es uns beide verdient, lang geplant, lang gefreut, lang vorbereitet.

21.10.14 13:00


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Ich bin zwar oftmals ein Feigling und habe Angst anderen die Wahrheit zu sagen, bin aber nach außen immer ganz hart und eisern. Niemals würde ich mir ansehen lassen, was ich wirklich fühle. Das habe ich von meinen Eltern wohl nie gelernt.

Heute war ich vor meinem Freund zu Hause. Meine Gefühle haben mich im Büro einfach erdrückt und ich bin geflohen. Es ist mir zu Hause nicht gelungen zu überspielen, dass ich unsagbar traurig bin. Selbst mein Freund, der meistens von sich erzählt und wie stressig sein Job und sein Leben ist und der sich erstmal stundenlang über alles und jeden aufregt, hat mich gefragt ob ich traurig bin.

Klar bin ich das. Aber wie sonst auch habe ich gelächelt und gesagt, dass ich einfach nur müde bin...

Er ist kein schlechter Mensch, im Gegenteil. Er hat seine Macken, die habe ich auch. Einige habe ich irgendwann akzeptiert, bei anderen fällt es mir bis heute schwer. Das ist aber nicht der Grund, warum ich keine Gefühle mehr für ihn habe. 

Ich liebe ihn zwar nicht, aber ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass ich ihm weh tue. Ich glaube er liebt mich sehr. Er sagt immer wieder, wie sehr er mich liebt und dass ich sein Ein und Alles bin. Er hat diese Erwartung auch an mich, aber ich bin nicht in der Lage dem nachzukommen. Der Gedanke, wenn ich ihm sage was los ist und ich dann sehe wie es ihm sein Herz zerreist ist für mich unerträglich.

Wenn ich ganz ehrlich bin und auf die vergangenen 4 Jahre zurückblicke, habe ich niemals diese Gefühle für ihn gehabt, die ich für IHN in den nur paar Wochen, seit wir uns kennen, entwickelt habe.

Umso unerträglicher ist es nun für mich, dass auf einmal alles geplatzt ist. Einfach weg. Ich muss weg, weg hier, weg von meinen Gedanken.

21.10.14 18:20





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